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1Jun/102

mobile Usability – Ist das mobile Web wirklich nur eine kleine Ausgabe des Internet?

Auch wenn man noch keinen offiziellen Startschuss gehört hat, sollten sich Website-Betreiber und Online-Shops umgehend auf das mobile Internet vorbereiten. Die Smartphones erobern den Massenmarkt! So prognostiziert BITKOM für 2010 ein Wachstum von 47% im Smartphone Segment. Demnach werden dieses Jahr 8,2 Millionen Smartphones  verkauft. Der Umkehrschluss hierzu ist, dass es durch die höhere Penetrationsrate von Smartphones auch zu einer höheren  Nutzung des mobilen Internet kommt.

Dieser Trend ist deutlich zu erkennen, denn die übertragene Datenmenge hat sich im Jahr 2009 fast um den Faktor 4 auf 40 Millionen GB vergrößert. Der Umsatz der durch mobile Daten-Services erwirtschaftet wird, soll lt. BITKOM um 8% auf 5,7 Millionen Euro steigen.

Der mCommerce Markt, dessen Trend steil nach oben zeigt, sollte daher für alle Contentanbieter und Online-Shop-Betreiber den Einstieg ins mobile Internet wert sein. Wie ich aber bereits in meinem Artikel zum mCommerce geschrieben habe, wird hier noch viel Potential verschwendet.

mobile usability - BITKOM Smartphones

Quelle: BITKOM URL: http://www.bitkom.org/62432_62420.aspx

mobile Usability-Regeln

Auch beim Schritt ins moblie Internet gilt es wichtige Usability-Regeln, die bereits im stationären Web umgesetzt werden, zu beachten. Hieraus ergibt sich selbstverständlich die Frage, gelten für das mobile Internet dieselben Usability-Richtlinien, wie im stationären Web? Oder gelten hier eigene mobile Usability –Regeln?

Die Antwort auf die Frage ist nicht mit entweder oder zu beantworten, sondern eher durch eine Kombination aus bekannter Usability und einer neuen mobile Usability. So beginnt die Blickführung auch auf den mobilen Endgeräten oben links und führt nach unten rechts. Auch klare Klickaufforderungen, die je nach gewünschter Aktion vom User priorisiert sein sollten, dienen der mobile Usability. Zudem sind Orientierungsmöglichkeiten und eine freie Steuerbarkeit, die es dem User erlaubt einen Schritt vor oder zurück zu machen, von besonderer Bedeutung in der mobile Usability.

Ein deutlicher Unterschied zeigt sich jedoch im zur Verfügung stehenden Platz. Wohingegen im stationären Web die Bildschirmformate immer größer werden und die Standardauflösung von 1024x768 Pixeln bereits schon fast veraltet gilt, gibt es im mobilen Internet noch nicht einmal eine Standardauflösung, auf die man die mobile Usability optimieren kann. Mittlerweile hat sich ein Smartphone-Format von 320x480 Pixeln verbreitet, dass nicht nur für das iPhone, sondern auch z.B. für das Samsung Galaxy i7500 hat. Aber auch im Smartphone Segment wächst die Auflösung des Displays stetig an, so hat z.B. das Nexus One eine Auflösung von 480x800 Pixeln. Dies ist sicher ein Kackpunkt für die mobile Usability. Hinzu kommt, dass große Websiten zu langen Ladezeiten führen und sich daher auch nicht für mobile Endgeräte eignen. Im Gegensatz zum stationären Internet, bei dem die DSL-Verbindungen bereits so verbreitet sind, dass die Website-Größe kaum noch eine Rolle spielt, muss im mobile Web strikt auf minimalistische Seiten von ca. 10KB geachtet werden. Da die der Großteil Smartphones keine Flashinhalte abspielen kann, müssen im Sinne der mobile Usability auch diese Inhalte vermieden werden.

Fazit:

Das mobile Web sollte nicht als „Small-Version“ des stationären Internet gesehen werden, sondern als eigenständiger Kanal, der das bisherige Internet ergänzt. Alleine im Bezug auf mobile Usability wurde anhand der Beispiele schnell deutlich, dass das mobile Internet sehr viele Abweichungen und Eigenheiten zum „normalen“ Internet besitzt und daher auch eine eigene „mobile Usability“ nötig hat. Zwar gelten die Usability Richtlinien aus dem stationären Internet weiterhin, sollten aber auf die besonderen Ansprüche des mobilen Web angepasst und erweitert werden.

So gelten für mobile Usability auch die wichtigen Eigenschaften wie z.B.:

  • Erwartungskonformität
  • freie Steuerbarkeit
  • Likability
  • Selbstbeschreibungsfhäigkeit
  • Vertrauneswürdigkeit
  • Barrierefreiheit und Fehlertoleranz

Aber zusätzlich gelten zur Beachtung einer mobile Usability auch folgende Punkte:

  • Nutzungssituation (verstärkte ablenkende Reize in der Umwelt)
  • spezielle Bedienungsfreundlichkeit (bzgl. geringer Displaygrößen, tlw. fehlender Tasten und fehlender Mouse)
  • Ort der Nutzung (z.B. im Bus, beim Einkaufen, im Wohnzimmer, …)
  • Nutzung weiterer mobilen Funktionen (GPS-Ortung, direkter Anruffunktionen, QR-Codes,…)
  • Schnelle Informationsweitergabe (meist häufige, aber kurze Nutzung des Smartphones)
  • Vereinfachte Einkaufsmöglichkeiten (per Telefonrechnung à One-Click-Buy)
  • Nutzung von LocalBasedServices per GPS und Augmented Reality
  • ....

Diese Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann bzw. muss sicher im Laufe der Zeit erweitert werden.

Zum Thema mobile Usability hat die Agenturgruppe SYZYGY einen interessanten „Usability Monitor 2010“ herausgegeben, aus dem ich viele nützliche Informationen bezogen habe.

Kommentare (2) Trackbacks (1)
  1. Gibt es einen Mobile-Usability Standard?

  2. Hi Dave!

    mmh, du meinst wohl mit Standard eine Art Aufbau-Plan für mobile Websites oder Landing Pages – vergleichbar mit einer Checkliste o.ä.?
    Die Frage lässt sich nicht ganz einfach mit ja oder nein beantworten, denn es gibt mobie Richtlinen von der MMA MobileMarketingAssociation global festgelegt worden sind. Hierbei handetl es sich aber eher um mobileAd-Richtlinien etc. Im mobile Usability Bereich gibt es zwar auch das ein oder andere Dokument, allerdings konnten die Infos mich nicht wirklich überzeugen bzw. waren schon veraltet.
    Ich selber arbeite auch an einem ähnlichen Part… Hierzu musst du dich aber noch etwas gedulden. Also schau immer wieder mal vorbei u./o. bleib am Ball per RSS-Feed oder Twitter-Account @mobileMat
    Wenn du spezielle Fragen hast, können wir diese aber gerne gemeinsam untersuchen oder angehen. Kontaktier mich hierzu einfach..


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